Daten & Fakten Diskussionen zum “Aufbau Ost” sind meist von subjektiven Erlebnissen geprägt. Um eine sachliche Basis für Interpretationen und Handlungsvorschläge zu legen, will BUERGERFORUM-OST.de eine Sammlung von Daten und Fakten zur Entwicklung in Ostdeutschland aufbauen und präsentieren.
Die Daten stammen aus Publikationen verschiedener Autoren und aus den jährlichen “Berichten zum Stand der deutschen Einheit” der Bundesregierung. Im Laufe der Zeit sollen eigene Erhebungen den Datenpool ergänzen.
Jul 10 28

Foto: © Rike / PIXELIO
Beachtliche 3,2 Billionen Euro wurden zwischen 1991 und 2007 bundesweit in neue Ausrüstungen investiert. Lediglich 13,8 Prozent davon konnten die neuen Bundesländer für sich verbuchen, obwohl dort 16 Prozent der Bevölkerung lebt. Erforderlich wäre ein im Westvergleich deutlich höherer Investitionsanteil, denn Rückstände in Arbeitsproduktivität und Effektivität werden vor allem mit neuen, leistungsfähigeren Anlagen überwunden. Im Trend der beiden letzten Jahrzehnte stagnieren die Ausrüstungsinvestitionen im Osten bei jährlich ca. 25 Mrd. Euro, während sie in Westdeutschland von 120 Mrd. Euro 1995 auf 204 Mrd. Euro 2007 gestiegen sind. Eine aufholende Entwicklung, mit deutlich höherer Investitionstätigkeit für neue Arbeitplätze, wie sie nach dem Kahlschlag an Produktionskapazitäten durch die Treuhandanstalt erforderlich gewesen wäre, hat im Osten nie stattgefunden.
Wie rücksichtslos die Wirtschaftselite mit den neuen Bundesländern verfährt, zeigt das Beispiel des mittlerweise fast vollständig abgewickelten Schienenfahrzeugbaus: Personenwaggons aus Görlitz überstanden klaglos sibirische Kälte und mittelasiatische Hitze, mehr als zwei Jahrzehnte alte S-Bahnzüge aus DDR-Produktion müssen jetzt zur Aufrechterhaltung des Nahverkehrs in Berlin wieder in Dienst gestellt werden. Vom einstigen Weltmarktpartner DDR-Schienenfahrzeugbau blieben nur noch klägliche Reste, Investitionen für neue Ausrüstungen fließen in den Westen der Republik.
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Jul 10 24
Ostdeutschland hat einen eklatanten Mangel an Großunternehmen. Nur wenige Unternehmen erreichen die Größenordnung von 10.000 Mitarbeitern. Die meisten davon gehören westdeutschen oder ausländischen Konzernen. Das größte eigenständige ostdeutsche Unternehmen ist Jenoptik mit 3.500 Mitarbeitern.
Die Hoffnungen richten sich dehalb auf wachstumsstarke eigenständige Unternehmen, die das Potenzial haben, einmal zu großen und schlagkräftigen Unternehmen heranzureifen. Gibt es solche Nachwuchshoffnungen in Ostdeutschland?
Die Tabelle zeigt: Ja, es gibt Nachwuchshoffungen. Einige Unternehmen haben es tatsächlich geschafft, seit ihrer Gründung nach der Wende ein bemerkenswertes Wachstum hinzulegen und mittlerweile kein KMU mehr zu sein. Nur leider sind es viel zu wenige.
Quelle: Mannheimer Unternehmenspanel, eigene Auswahl.
Mai 10 26
Die seit Jahren konstant große Lücke in der Entlohnung zwischen den neuen Bundesländern und dem früheren Bundesgebiet blieb auch im Jahr 2009 bestehen.
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Jan 10 21
Die Jubelfeiern zum „Mauerfall“ sind vergangen. Über die künftige Entwicklung der Bundesrepublik mit ihren beiden noch immer wirtschaftlich und sozial getrennten Teilgebieten sind derzeit optimistische Ziele, Prognosen oder Hoffnungen Mangelware. Das zu Recht.
Die Angleichung der Lebensverhältnisse zwischen West- und Ostdeutschland ist gegenwärtig kein Thema in der Öffentlichkeit. Warum auch? Die Fakten verbieten Optimismus. Im Jahr 2008 betrug das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner
22.130 € in den neuen Bundesländern (ohne Berlin)
32.231 € im früheren Bundesgebiet (ohne Berlin)
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