Fundgrube

In den deutschen Leitmedien dominieren westdeutsche Sichtweisen. buergerforum-ost.de setzt ostdeutsche Sichtweisen dagegen.

Aug 10 22

An Ostdeutschlands verlängerten Werkbänken wird hart für den deutschen Exporterfolg gearbeitet, konstatiert unser Autor Olaf Baale in einem Artikel im Neuen Deutschland:

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Aug 10 01

“Nur fĂĽnf Prozent der deutschen Elite kommen aus dem Osten. Kein Bundesminister, kein wichtiger Chefredakteur, kein DAX-Vorstand. Deutschland ist noch immer Westdeutschland. Ostdeutsche sind auĂźen vor, während Westdeutsche gestalten. Selbst in Ostdeutschland.  Zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung hat Deutschland ein Diskriminierungsproblem.”

Zu diesen Ansichten ist nicht etwa das Neue Deutschland gelangt, sondern das Magazin der SĂĽddeutschen Zeitung (Heft 30/2010). Hier gibt es den ganzen Artikel …

Jul 10 30

Anfrage an den Sender Jerewan:

Beim Durchblättern meiner Zeitung blieb gestern hängen, dass das Bundesverfassungsgericht entschieden hat, die Pensionen von Ministern und anderen Personen an den Schaltstellen der Macht zu kürzen, weil sie diese Stellung „entscheidend durch Parteilichkeit und Systemtreue erlangt“ hätten. Die Kürzung sei gerechtfertigt, um ein „Fortwirken eines Systems der Selbstprivilegierung zu verhindern.“

Weiter so, möchte man den Verfassungsrichtern zurufen. Schluss damit, dass sich unsere Parlamentarier selbst in der Krise ihre Diäten erhöhen, Schluss damit, dass sich hohe Würdenträger schon nach wenigen Jahren im Amt hohe Übergangsgelder und Pensionen zubilligen. Keine Vergabe von Ämtern mehr nach dem Parteibuch. Kompetenz allein entscheidet, nicht die Zugehörigkeit und Loyalität gegenüber einem Netzwerk gleichgesinnter Parteikarrieristen.

Allein – wenn ich die Konsequenzen bedenke, kommen mir doch Zweifel, ob ich die Nachricht selbst richtig verstanden habe.

Antwort Sender Jerewan:  

Im Prinzip haben sie alles richtig verstanden. Bis auf die Kleinigkeit, dass die Verfassungsrichter der Bundesrepublik Deutschland die Verhältnisse in der DDR meinten.

Wenn sie also ihre Zustimmung zu dem Urteil lediglich ein klein wenig umlenken und ihre Empörung gegen die  heute noch lebenden, vielleicht 30 alten Leute richten, die vor 20 Jahren die DDR friedlich beerdigen halfen und die heute ohne „Strafrente“ bestimmt 200, 300 Euro mehr Rente bekämen, dann ist  wieder alles in Ordnung.

Jul 10 27

Kurz vor dem „Sommerloch“ für Politiker brachte die Bundesregierung eine neue Veröffentlichung anlässlich „Zwanzig Jahre Deutsche Einheit“ heraus, die auf Massenwirksamkeit und Verbreitung der regierungsoffiziellen Sichtweise gerichtet ist. Sie umfasst ein breites Spektrum von ausgewählten Themen von der „Krise der DDR“ bis zur Gegenwart im Vereinigungsprozess.

Leider kommt man auch hier nicht ohne gewisse Beschönigungen der Lage aus. Besonders auf ökonomischem Gebiet fällt diese Tendenz ins Auge. Weiterlesen »

Jul 10 11


Video: Rainald Grebe “Brandenburg-Lied” (YouTube)

Sommer, Sonntag. Hitze in der Hauptstadt. Wir flĂĽchten mit dem Auto ins Umland, nach Brandenburg, in die Prignitz.

 

Eine Dampflok kommt uns entgegen. Hemdsärmelige Kerle schwitzen an den Gleisen und wechseln Schwellen aus. Von den Männern kommt kaum einer aus der Region. Es sind vor allem Westberliner, die schon früher mit dem Fotoapparat bewaffnet in die DDR gefahren sind, um Dampfloks zu fotografieren. Nach der Wende haben sie sich einen Jugendtraum erfüllt und 9 km Schmalspur-Romantik wieder aufgebaut. Mit ABM-Kräften. So etwas ging damals.

 

Statt in die Zukunft zu investieren, wurde ein Museum gebaut. Das Eintrittsgeld der wenigen Besucher reicht kaum, um den laufenden Unterhalt zu bestreiten. So endet der Traum von den blĂĽhenden Landschaften.