Foto: © Rike / PIXELIO
Beachtliche 3,2 Billionen Euro wurden zwischen 1991 und 2007 bundesweit in neue Ausrüstungen investiert. Lediglich 13,8 Prozent davon konnten die neuen Bundesländer für sich verbuchen, obwohl dort 16 Prozent der Bevölkerung lebt. Erforderlich wäre ein im Westvergleich deutlich höherer Investitionsanteil, denn Rückstände in Arbeitsproduktivität und Effektivität werden vor allem mit neuen, leistungsfähigeren Anlagen überwunden. Im Trend der beiden letzten Jahrzehnte stagnieren die Ausrüstungsinvestitionen im Osten bei jährlich ca. 25 Mrd. Euro, während sie in Westdeutschland von 120 Mrd. Euro 1995 auf 204 Mrd. Euro 2007 gestiegen sind. Eine aufholende Entwicklung, mit deutlich höherer Investitionstätigkeit für neue Arbeitplätze, wie sie nach dem Kahlschlag an Produktionskapazitäten durch die Treuhandanstalt erforderlich gewesen wäre, hat im Osten nie stattgefunden.
Wie rücksichtslos die Wirtschaftselite mit den neuen Bundesländern verfährt, zeigt das Beispiel des mittlerweise fast vollständig abgewickelten Schienenfahrzeugbaus: Personenwaggons aus Görlitz überstanden klaglos sibirische Kälte und mittelasiatische Hitze, mehr als zwei Jahrzehnte alte S-Bahnzüge aus DDR-Produktion müssen jetzt zur Aufrechterhaltung des Nahverkehrs in Berlin wieder in Dienst gestellt werden. Vom einstigen Weltmarktpartner DDR-Schienenfahrzeugbau blieben nur noch klägliche Reste, Investitionen für neue Ausrüstungen fließen in den Westen der Republik.
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