Jul 10 24

Ostdeutschland hat einen eklatanten Mangel an Großunternehmen. Nur wenige Unternehmen erreichen die Größenordnung von 10.000 Mitarbeitern. Die meisten davon gehören westdeutschen oder ausländischen Konzernen. Das größte eigenständige ostdeutsche Unternehmen ist Jenoptik mit 3.500 Mitarbeitern.  

Die Hoffnungen richten sich dehalb auf wachstumsstarke eigenständige Unternehmen, die das Potenzial haben, einmal zu großen und schlagkräftigen Unternehmen heranzureifen. Gibt es solche Nachwuchshoffnungen in Ostdeutschland?

Die Tabelle zeigt: Ja, es gibt Nachwuchshoffungen. Einige Unternehmen haben es tatsächlich geschafft, seit ihrer Gründung nach der Wende ein bemerkenswertes Wachstum hinzulegen und mittlerweile kein KMU mehr zu sein. Nur leider sind es viel zu wenige.

Firma Sitz Branche Mitarbeiter Umsatz (Mio. €) Gründung
Q-CELLS SE Thalheim Solarzellen 2500 800 1999
GDS Gastronomische Dienstleistungs-
und Service GmbH
Radeberg Gastronomie 2200 k.A. 1995
TIP-TOP Dienstleistung GmbH Zwickau Gebäudereinigung 2200 k.A. 1960/90
PC Ware AG Leipzig IT 1700 900 1990
KOMSA Gruppe  Hartmannsdorf IuK 1300 700 1992
IC Team Bautzen Zeitarbeit ca. 1000 k.A. 1991
TUPAG Holding AG Mühlhausen Agrar 800 100 1995
Riemser Arzneimittel AG Greifswald Pharma 660 100 1992
BuS Elektronik GmbH Riesa IuK 620 76 1991

Quelle: Mannheimer Unternehmenspanel, eigene Auswahl.

2 Antworten zu “Wachstumsstarke Unternehmen”

  1. Martin sagt:

    Ich möchte mich hier nicht als Klugsch….aufführen, aber wir sollten uns von der Idee von Merkel verabschieden, nur dem Wachstum nachzujagen.
    Wachstum, dass hat auch die Vergangenheit der alten BRD gezeigt, erzeugt ein Heer von Arbeitslosen.
    Große Unternehmen sind begrüßenswert, wenn hier auch genügende Arbeitskräfte Platz finden. In vielen Unternehmen befinden sich automatische Taktstraßen, wo Arbeitskräfte kaum zu finden sind. Diese Betriebe sind auch nur auf Export getrimmt und dadurch die Arbeitskräfte stets gefährdet.
    Ich bin der Meinung, dass mittelständische Betriebe entstehen müßten, um die Infrastruktur zu beleben. Gerade hier gibt es eine Menge zu tun, wird aber vom Staat nicht gefördert.
    Rücksichtslos werden die Gelder für die Herstellung von Solaranlagen gestrichen, obwohl diese Energiegewinnung eigentlich die Zukunft bedeutet.
    Plaste ist ein wertvoller Rohstoff. Warum werden nicht Schiffe in alle Meere geschickt, um sie von den vielen Plastikinseln zu befreien.
    Nein, im Gegenteil, man lagert hier noch seine Plastikabfälle ab. Diese Entwicklung wird uns noch teuer zu stehen bekommen.
    Die Unternehmen in der BRD sollte sich einmal von Herrn Grupp, Unternehmer von Trigema, erläutern lassen, wie ein Unternehmen gut geführt wird, dessen Produkte noch nicht einmal exportiert werden.
    Dieses Unternehmen ist nicht nur auf Profit aus, sondern kümmert sich auch um seine Angestellten. Genau solche Unternehmen bräuchten wir im Ostdeutschland.

  2. Matthias Kölbel sagt:

    Nehmen wir mal das Beispiel Biotechnologie: Dieser Wirtschaftszweig ist in den letzten 30 Jahren völlig neu entstanden. Anders als in alten Wirtschaftszweigen mussten sich neu gegründete Unternehmen hier nicht gegen etablierte Platzhirsche durchsetzen. Für Start-ups wären also in Ost- und Westdeutschland die gleichen Wachstumschancen gegeben.
    Wie sieht es in der Realität aus? Das größte deutsche Biotechnologie-Unternehmen Qiagen stammt aus Hilden (NRW), wächst seit seiner Gründung 1986 rasant und bringt es mittlerweile auf 3.500 Mitarbeiter weltweit. Das zweitgrößte Unternehmen stammt ebenfalls aus NRW: Miltenyi Biotec wurde 1989 in Bergisch-Gladbach gegründet und beschäftigt heute mehr als 1.100 Mitarbeiter. Das größte ostdeutsche Biotechnologie-Unternehmen ist die 1992 gegründete DOT GmbH aus Rostock, deren Mitarbeiterzahl seit mehreren Jahren bei rund 200 stagniert.
    An diesem Beispiel zeigt sich: Selbst bei der Erschließung völlig neuer Wirtschaftszweige tut sich Ostdeutschland sehr schwer.

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