Ostdeutschland hat einen eklatanten Mangel an GroĂźunternehmen. Nur wenige Unternehmen erreichen die Größenordnung von 10.000 Mitarbeitern. Die meisten davon gehören westdeutschen oder ausländischen Konzernen. Das größte eigenständige ostdeutsche Unternehmen ist Jenoptik mit 3.500 Mitarbeitern. Â
Die Hoffnungen richten sich dehalb auf wachstumsstarke eigenständige Unternehmen, die das Potenzial haben, einmal zu großen und schlagkräftigen Unternehmen heranzureifen. Gibt es solche Nachwuchshoffnungen in Ostdeutschland?
Die Tabelle zeigt: Ja, es gibt Nachwuchshoffungen. Einige Unternehmen haben es tatsächlich geschafft, seit ihrer Gründung nach der Wende ein bemerkenswertes Wachstum hinzulegen und mittlerweile kein KMU mehr zu sein. Nur leider sind es viel zu wenige.
Sommer, Sonntag. Hitze in der Hauptstadt. Wir flĂĽchten mit dem Auto ins Umland, nach Brandenburg, in die Prignitz.
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Eine Dampflok kommt uns entgegen. Hemdsärmelige Kerle schwitzen an den Gleisen und wechseln Schwellen aus. Von den Männern kommt kaum einer aus der Region. Es sind vor allem Westberliner, die schon früher mit dem Fotoapparat bewaffnet in die DDR gefahren sind, um Dampfloks zu fotografieren. Nach der Wende haben sie sich einen Jugendtraum erfüllt und 9 km Schmalspur-Romantik wieder aufgebaut. Mit ABM-Kräften. So etwas ging damals.
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Statt in die Zukunft zu investieren, wurde ein Museum gebaut. Das Eintrittsgeld der wenigen Besucher reicht kaum, um den laufenden Unterhalt zu bestreiten. So endet der Traum von den blĂĽhenden Landschaften.
Der SPIEGEL brachte soeben unter dem Titel „Abbau Ost“ eine frustrierende Analyse, in der er die Kohlschen Verheißungen zur Vereinigung mit den Ergebnissen konfrontierte. „Heute hängt der Osten am Tropf, und es spricht nichts dafür, dass sich die Lage ändern wird“ (SPIEGEL Nr. 26/2010, S. 75).
Zunehmend spielt daher das Auslaufen der Finanzierungen der Neuen Bundesländer (NBL) durch den Solidarpakt II (bis zum Jahre 2019) eine gravierende Rolle. Bekanntlich werden diese Finanzmittel ab 2009 jährlich von ca. 10 Mrd. Euro schrittweise auf Null zurückgeführt. Die damit entstehende Minderfinanzierung, begleitet von einer gleichfalls zurückgehenden EU-Finanzierung, kann von den Landeshaushalten nicht aufgefangen werden – es drohen radikale Einschnitte auf der Ausgabenseite der Landeshaushalte. Der Gedanke, diese Finanzierungslücke durch einen Solidarpakt III begründet zu mildern oder zu verringern, ist objektiv durchaus aus der Sicht der Betroffenen nachvollziehbar.
Der brandenburgische Ministerpräsident Platzeck gab der „Mitteldeutschen Zeitung“ ein Interview, worin er u. a. zu den schlechten Aussichten fĂĽr einen Solidarpakt III seine Meinung wie folgt bekundete: Weiterlesen »
Kaum jemand glaubte, dass Joachim Gauck Bundespräsident wird, obwohl die Leitmedien behauptet hatten, das Volk wĂĽrde Gauck wählen. Besonders bei Ostdeutschen, ganz gleich ob Opfer, Täter oder beides, gibt es ein ungutes GefĂĽhl, was den Pfarrer und ersten Sonderbeauftragten der Stasiunterlagenbehörde betrifft. Weiterlesen »
Das Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” zeigt MitgefĂĽhl
Wer heute durch Ostdeutschland reist, bilanziert Der Spiegel in seiner Ausgabe vom 28. Juni 2010 „stößt auf gescheiterte Megaprojekte, stolpert durch entvölkerte Innenstädte und trifft viele Menschen, die seit nunmehr zwei Jahrzehnten keinen regulären Job mehr haben“. Noch vor wenigen Jahren schlug das deutsche Leitmedium einen ganz anderen Ton an: „1250 Milliarden Euro. WofĂĽr? Wie aus dem Aufbau Ost der Absturz West wurde“, titelte das Magazin in seiner Ausgabe vom 5. April 2004. „Der Osten“, hieĂź es dort, „ist ein Landstrich mit weitgehend stillgelegter Wertschöpfung, der ohne ständigen Nachschub aus der westdeutschen Volkswirtschaft nicht lebensfähig wäre – zumindest nicht auf dem Niveau eines entwickelten Industrielandes.“ Weiterlesen »
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